
Antisemitische Straftaten geschehen auch in Köln
(PW|Symbolbild) Antisemitische Straftaten sind in Köln Alltag und Realität. Das ist die Botschaft einer Aktion, die Montagabend auf der Schildergasse stattgefunden hat. Bereits zum vierten Mal projizierten die Evangelische Kirche im Rheinland und die Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit antisemitische Straftaten auf die Außenfassade der Antoniter Kirche.
Veröffentlicht: Montag, 25.11.2019 11:14
Der Vorsitzende der Gesellschaft Jürgen Wilhelm sagte, die Vorfälle zeigten, dass Antisemitismus heute wieder potentiell mörderisch sei.
„In den letzten 10 Jahren ist es wieder deutlich erstarkt. Es ist eine unglückselige Mischung zwischen Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und auch Antisemitismus, der ja nicht zuletzt durch viele Vertreter des rechts-konservativen und rechtsradikalen Flügels bis hin zu Neonazis und Neofaschisten der AfD kräftig geschürt wird.“, so Jürgen Wilhelm.
Laut Kriminalstatistik gibt es in Deutschland jeden Tag fünf judenfeindliche Straftaten. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher sein, denn diese Statistik zählt nur alle gemeldeten Fälle. Um 18:30 Uhr wurde für etwa 20 Minuten eine Auswahl antisemitischer Straftaten auf die Kirchenwand auf der Schildergasse projiziert, darunter auch Fälle aus Köln: Am 1. Mai etwa soll ein Demonstrant „erster Mai judenfrei“ gerufen haben. Im April berichtete der Rabbiner der Kölner Synagogengemeinde von Anfeindungen in Bussen und Bahnen der KVB.