
Aufarbeitungsprozess laut Kommission schwer beschädigt
(DA|Symbolbild) Der Umgang des Erzbistum Köln mit der Aufklärung vergangener Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs weckt Zweifel an dem Willen einer ehrlichen Aufarbeitung. Das sagt die unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in einer Stellungnahme.
Veröffentlicht: Dienstag, 16.02.2021 09:00
Der Aufarbeitungsprozess ist laut der Kommission mittlerweile schwer beschädigt. Die Zweifel würden geweckt, weil das Erzbistum das erste Gutachten nicht veröffentlicht hat. Außerdem fühlten sich einige Mitglieder des Betroffenenrats instrumentalisiert. Sie hatten sich bereit erklärt, das Bistum bei der Aufklärung der Verbrechen und bei der Prävention zu unterstützen. Das entgegen gebrachte Vertrauen sei enttäuscht worden. Gelingen könne die Aufarbeitung in Institutionen laut der Kommission nur mit Unabhängigkeit, Transparenz, Vertragssicherheit sowie der Beteiligung von Betroffenen. Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki war unter anderem in die Kritik geraten, weil er ein Gutachten zurückhält. Mitte März wolle er ein neues, von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten veröffentlichen.