Aufschieberitis: Wenn Aufgaben einfach nicht fertig werden wollen

Die Steuererklärung bleibt lange liegen, Hausarbeiten werden auf den letzten Drücker erledigt und die Fenster können auch morgen noch geputzt werden - das Zauberwort für dieses Verhalten lautet Prokrastination. Doch was ist das eigentlich und wie stelle ich fest, ob ich betroffen bin? Die Antworten findet Ihr hier.

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Was ist Prokrastination?

Umgangssprachlich kann man Prokrastination auch als extreme Aufschieberitis beschreiben. Was zunächst lustig klingt, ist aber eine ernstzunehmende Arbeitsstörung und kann sowohl private Alltagsaktivitäten als auch schulische, akademische und berufliche Tätigkeiten betreffen. 


Woran merke ich, dass ich betroffen bin?

Laut der Uni Münster spielen dabei vor allem folgende Faktoren eine Rolle:

  • Probleme in der Prioritätensetzung
  • mangelnde oder unrealistische Planung
  • andere Handlungen scheinen attraktiver
  • schlechtes Zeitmanagement oder schlechte Konzentrationsfähigkeit
  • Abneigung gegen die Aufgabe
  • Angst vorm Versagen oder Kritik
  • Fehleinschätzungen der Aufgabe oder der eigenen Anstrengungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit


Was kann ich dagegen tun?

Dagegen kann man vorgehen. Die folgenden Punkte können laut dem Kölner Psychotherapeuten Peter Groß das Selbstmanagement verbessern:

  • eine Prioritäten-Liste anfangen mit 3 Stapeln:
  1. wichtig, weil sonst Ärger droht
  2. wichtig, aber nicht unmittelbar
  3. darf ein paar Tage liegen bleiben
  • Teilaufgaben bilden und sich auch mal belohnen
  • sich seiner eigenen Willenskraft bewusst werden (man hat auch schon andere Herausforderungen bewältigt)
  • sich die Aufgaben konkret formulieren
  • sich bewusst machen, dass man eine Wahl hat!

Wer es dennoch nicht schafft, sein Arbeitsverhalten besser zu strukturieren, der sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Wie schwerwiegend das Problem ist, kann man auch hier mit einem Selbsttest herausfinden. Der dauert ca. 25 Minuten.

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