
Bestechungs-Vorwürfe: Gutachter von Drach-Prozess entbunden
(DS|Archivbild) Im Strafprozess gegen Thomas Drach hatte es am Freitag den erwarteten Paukenschlag gegeben. Weil ein Gutachter versucht hat einen Gerichtsreporter mit Geld zu bestechen, ist der zentrale Sachverständige der Anklage vom Gericht am Freitag wegen Befangenheit entbunden und damit aus dem Prozess ausgeschlossen worden. Die Staatsanwaltschaft selbst hatte die Entbindung des Audio- und Videoforensikers beantragt. Dieser hatte in seinem Gutachten den Angeklagten Thomas Drach schwer belastet, sich aber bei seinen fahrigen Auftritten im Gericht immer wieder in Widersprüche verfangen. Drach werden versuchter Mord und bewaffnete Raubüberfälle vorgeworfen.
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Am letzten Verhandlungstag soll der Gutachter einem regelmäßig über den Prozess berichtenden Reporter einen 100-Euro-Schein, mit den Worten „damit ich in der Berichterstattung nicht so schlecht aussehe“ hingehalten haben. Der Journalist warf den Geldschein zurück und sagte, dass er nicht käuflich sei. Danach meldete er den Bestechungsversuch der Staatsanwaltschaft. Der Gutachter wies die Vorwürfe zurück. Der Richter sprach aber von einer sehr glaubhaften Schilderung des Journalisten. Drachs Verteidigung nannte die Vorfälle unglaublich. Der Sachverständige sei eindeutig weder fachlich noch charakterlich geeignet. Das Gericht sucht jetzt neue Gutachterinnen und Gutachter, die prüfen sollen, ob es sich bei der Person auf den Videos der Taten und Thomas Drach um ein und dieselbe Person handelt.