
Die Fahrradstraße in der Trankgasse hätte ein Verkehrsversuch bleiben und überhaupt erst zeitgleich mit anderen Bauarbeiten starten sollen. So habe es der Stadtrat eindeutig beschlossen. Beides sei aber nicht passiert, sagt CDU Fraktionschef Bernd Petelkau.
Die CDU sei der Meinung, dass der Ratsbeschluss bindend ist und es keine besonderen Umstände gäbe, den Beschluss aufzuheben. Man prüfe jetzt, ob die Verwaltung hier illegal gebaut habe, so Fraktionschef Petelkau auf Radio Köln Nachfrage. Man werde in diesem Fall über einen Rückbau nachdenken. Die CDU gehört zu den Kritikern der Verkehrsberuhigung am Dom. Parteichef Mandl hatte zuletzt gefordert, auf der Trankgasse sofort wieder Autos fahren zu lassen.
Die Grünen, im Stadtrat Bündnispartner der CDU, gehören zu den Befürwortern der Fahrradstraße. Fraktionschefin Martin sieht in der Trankgasse keinen Widerspruch zum Ratsbeschluss. Entscheidend sei, dass der Verkehrsausschuss regelmäßig informiert werde, und die Erkenntnisse am Ende ausgewertet und eine endgültige Verkehrsführung auf der Trankgasse beschlossen werde, so Martin gegenüber Radio Köln.
Die Stadt Köln betont, dass die Politik über die geänderten Pläne an der Trankgasse informiert gewesen sei. Allerdings lässt sie die Frage nach einer möglichen Missachtung der politischen Vorgaben aber bislang unbeantwortet.
Die SPD Fraktion im Rat fordert eine bessere Kommunikation von Verkehrsmaßnahmen. Fraktionschef Joisten sagte uns, das ständige Gezanke zwischen der CDU, den Grünen und der Stadtverwaltung nerve und helfe niemandem weiter. Jetzt einen Beschluss beklagen zu wollen, den die CDU selbst gefasst habe, sei ein Schildbürgerstreich.
Die Stadtverwaltung müsse Veränderungen und Maßnahmen offen gegenüber Anliegern kommunizieren, bevor diese umgesetzt würden. Hier habe insbesondere Verkehrsdezernent Egerer noch Aufholbedarf, so SPD-Mann Joisten.