
Flutkatastrophe jährt sich zum zweiten Mal
(GL|Symbolbild) Volle Keller, überschwemmte Straßen, Menschen, die in den Fluten oder Kellern ertrinken. Am Freitag vor zwei Jahren erschütterte die Flutkatastrophe weite Teile des Landes. Und auch wenn Köln vergleichsweise wenig abbekam, hat die Flut auch bei uns Spuren hinterlassen. 11.500 Mal klingelte der Notruf der Kölner Feuerwehr. Alleine im Stadtgebiet waren es am Ende fast 4.000 Einsätze.
Veröffentlicht: Freitag, 14.07.2023 10:32
Die Kölner Feuerwehr half aber mit den Strömungstauchern auch im Rhein-Erft-Kreis, die Höhenretter waren in Bonn und Ahrweiler im Einsatz, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Grünflächenamtes halfen auf Friedhöfen der Region. Der Fluteinsatz ist für viele Helferinnen und Helfer aber auch noch nicht beendet. Der bislang größte Einsatz des THW beispielsweise läuft noch. THW-Präsidentin Sabine Lackner sagte, es bleibe ein Einsatz der Superlative. Bislang seien alleine in diesem Jahr drei weitere Brücken gebaut worden, 34 sind es bislang insgesamt. Auch die Malteser sind noch im Einsatz, etwa mit Beratungen zur Traumabewältigung. 25.000 Menschen hätten diese Hilfe bisher in Anspruch nehmen müssen. Auch Kitas, Begegnungscafes oder Schulen seien noch nicht überall wiederaufgebaut, heißt es von den Maltesern.
Große und kleine Vereine sowie Nachbarschaften traten in den Monaten nach der Flut eine Welle der Solidarität los, spendeten Geld oder halfen persönlich vor Ort mit Schippe und Schubkarre. Während in der Region die Infrastruktur massive Millionenschäden erlitt, waren die 39 gemeldeten Straßenschäden in Köln noch moderat gewesen.
Inzwischen ist ein Großteil der Spenden ausgezahlt. Bei der Organisation "Aktion Deutschland Hilft e.V." sind 70, beim Aktionsbündnis Katastrophenhilfe 91 Prozent der Gelder ausgezahlt oder verplant. Insgesamt waren bei diesen beiden Organisationen mehr als 450 Millionen Euro eingegangen. Dass die Auszahlung so lange gedauert hat, liegt daran, dass Betroffene zuerst Anträge stellen müssen. Außerdem fehlen in den Flutgebieten Gutachter und Handwerker. Bei der Flutkatastrophe vor zwei Jahren gab es insgesamt 180 Tote, zwei davon in Köln.