Anzeige
Geldstrafe für polnische Priester nach homophoben Äußerungen
© Radio Köln/Frank Waltel
Teilen:

Geldstrafe für polnische Priester nach homophoben Äußerungen

(KU) Das Amtsgericht Köln hat das Verfahren gegen zwei polnische Priester wegen Volksverhetzung gegen Zahlung einer Geldauflage von 3.000, beziehungsweise 4.000 Euro eingestellt. Das Geld soll an den Weißen Ring gezahlt werden. Der polnische Theologieprofessor und ein leitender Redakteur einer theologischen Fachzeitschrift hatten im letzten Jahr einen Artikel veröffentlicht, der nach Ansicht der Anklage in Teilen menschenverachtende Hetze gegen Homosexuelle zum Inhalt hatte.

Veröffentlicht: Freitag, 20.05.2022 08:30

Anzeige

Es habe trotz Einstellung bis zum Schluss einen ausreichenden Tatverdacht der Volksverhetzung gegeben, der auch nicht ausgeräumt wurde, so ein Gerichtssprecher. Weil beide Angeklagten aber nicht vorbestraft seien und sich entschuldigt hätten, sei es zu dieser Entscheidung gekommen. Stundenlang wurde der fragliche Artikel im Gericht vorgelesen. Die Homo Mafia bedrohe die Katholische Kirche und sei wie ein Krebsgeschwür oder ein rücksichtsloser Parasit, der sogar bereit sei, seinen Wirt zu töten, war zum Beispiel zu hören. Zum Prozess waren auch polnische Medien und konservative Gläubige aus mehreren Ländern angereist. Von ihnen war nach den kruden Thesen der Geistlichen immer wieder auch Applaus zu hören. Das ist in deutschen Gerichten sehr unüblich. 

Der Fall hatte auch diplomatische Verstimmungen zwischen Polen und Deutschland ausgelöst. Die Regierung in Warschau hatte nach Bekanntwerden des Strafbefehls Vorwürfe gegen die deutsche Justiz erhoben. Die Meinungsfreiheit in der Bundesrepublik sei gefährdet. 

Anzeige
Anzeige
Anzeige