Gerichtsprozess startet: Missbrauchsfall Bergisch Gladbach

(RO|Foto:Symbolbild) Vor dem Kölner Landgericht ist am Montagmorgen die juristische Aufarbeitung des Missbrauch-Komplexes Bergisch Gladbach gestartet.

© Radio Köln/Waltel

Der eigentliche Beginn vor einer Woche war wegen eines Brandes im Gerichtsgebäude verschoben worden. Am Montag wurde die Anklage gegen den 43-jährigen Familienvater verlesen. Knapp anderthalb Stunden lang las die Staatsanwältin die Anklagen. Sie erzählt im Detail 79 Fälle von Vergewaltigung und Missbrauch durch den Angeklagten, meist der eigenen Tochter, als diese im Alter von drei Monaten bis zwei Jahre alt war. 

Im Gerichtssaal selber war außer der Stimme der Staatsanwältin nichts zu hören. Unser Reporter berichtet von einer beklemmenden Stille, zu unfassbar die geschilderten Taten.

Der angeklagte Familienvater selber verfolgte die Anklage ohne sichtliche Regung. In den nächsten Verhandlungstagen wird es auch um den psychischen Zustand des 43-Jährigen gehen. Das Urteil soll Ende September fallen. Dem Mann droht die Sicherungsverwahrung.

Die Durchsuchungen bei dem Mann haben die mittlerweile bundesweiten Ermittlungen ausgelöst. Die Ermittler*innen sagen, man würde bislang nur die Spitze des Eisbergs kennen. Und befürchten, dass es in dem riesigen Netzwerk noch viele weitere bislang nicht identifizierte Opfer und Täter gebe.

Weitere Meldungen