
Gibt es in Köln einen „Karnevals-Effekt“?
(MT|Symbolbild) Knapp eine Woche nach dem Karnevalswochenende geht die Zahl der Corona-Infektionen in Köln kräftig nach oben. Laut RKI liegt die Inzidenz für unsere Stadt aktuell bei rund 2.333. Damit ist der Wert mehr als doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt.
Veröffentlicht: Montag, 07.03.2022 16:41
Das lässt laut NRW-Gesundheitsministerium einen Karnevalseffekt vermuten. Auch in der Kölner Uniklinik ist das zu spüren. Laut dem Vorstandsvorsitzenden der Uniklinik Schömig sei es wegen der Karnevalszeit in den letzten Tagen bei den Beschäftigten zu einem massiven Anstieg von Infektionen gekommen. Demnach seien derzeit 689 Mitarbeitende mit dem Coronavirus infiziert oder befinden sich in Quarantäne. Das sei eine enorme Herausforderung für den Klinikbetrieb, sagt Schömig. Planbare Behandlungen müssten verschoben werden. Aufgrund der dynamischen Entwicklung müsse darüber jeweils tagesaktuell entschieden werden.
Der Bonner Virologe Hendrik Streeck warnt unterdessen vor vorschnellen Rückschlüssen. Es bestehe natürlich die Möglichkeit, dass das mit dem Karneval
zusammenhänge, ob es aber wirklich die Ursache sei, könne man nicht sicher sagen, erklärte Streeck in einem Statement der Deutschen Presse-Agentur. In den Niederlanden sehe man einen ähnlichen Anstieg des Infektionsgeschehens. Köln habe zudem schon sehr früh einen hohen Anteil der Omikron-Subvariante BA.2 aufgewiesen. Sie soll noch leichter übertragbar sein.