
Hochrangige Vertreter schreiben Mail an Woelki
(PR|Archivbild) Hochrangige Vertreter aus dem Erzbistum Köln kritisieren die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in ihrer Erzdiözese. Auf Anfrage bestätigten Kirchenkreise im Erzbistum Köln den Bericht der Bild-Zeitung, wonach sich 14 der 15 Kreis- und Stadtdechanten am Pfingstmontag aus Sorge um das Erzbistum in einer E-Mail direkt an Kardinal Woelki gewandt haben.
Veröffentlicht:
Die Dechanten hätten Woelki mitgeteilt, dass sie neben der juristischen Aufarbeitung auch eine moralische Bewertung der Gesamtsituation und in diesem Zusammenhang zudem die Prüfung von weiteren personellen Konsequenzen erwarten. Woelki habe den Dechanten ein Gespräch angeboten, das am Freitag stattfinden soll.
Die Krise war ausgelöst worden, weil Woelki ein erstes Aufarbeitungs-Gutachten nicht zur Veröffentlichung freigegeben hatte, da er es für fehlerhaft und nicht rechtssicher hielt. In einem zweiten Gutachten, das im März veröffentlicht wurde, wurde mehreren hohen Amtsträgern im Erzbistum Köln Fehlverhalten im Umgang mit Missbrauchsfällen nachgewiesen, wohingegen Woelki selbst durch das Gutachten entlastet wurde.
Auf Radio Köln-Anfrage teilte das Erzbistum am Abend mit: "Kardinal Woelki trifft sich zeitnah mit den Stadt- und Kreisdechanten zu einem direkten Gespräch." Das Treffen solle in einem vertrauensvollen und vertraulichen Rahmen stattfinden. Kardinal Woelki dazu: „Wir tragen alle zusammen Verantwortung für unser Bistum und wir haben einen geistlichen Auftrag. Ich begrüße die zeitnahe Zusammenkunft.“