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Gianni Infantino
© Darryl Dyck/The Canadian Press/AP/dpa
FIFA-Chef Infantino lenkt im großen Machtkampf beim Fußball-Weltverband ein.
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Infantino bereit für Reformen - Aber kein Rückzug

Schachzug oder Einsicht? FIFA-Präsident Infantino geht im Machtkampf beim Fußball-Weltverband auf seine Kritiker zu. Die Strukturen sollen überdacht werden. Ein persönlicher Rückzug ist kein Thema.

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Zürich (dpa) - FIFA-Präsident Gianni Infantino hat auf die andauernde Kritik an seinem Führungsstil reagiert und seinen Gegnern erstmals Gespräche über mögliche Reformen im Fußball-Weltverband angeboten. Der Schweizer kündigte in einem Brief an die Chefs der 211 Mitgliedsverbände und die Mitglieder des FIFA-Councils, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, eine unabhängige externe Überprüfung der FIFA-Governance sowie Konsultationen über eine Stärkung der Entscheidungsprozesse an, einschließlich der Rolle des Präsidenten.

«Erstens werde ich den FIFA-Rat fragen, ob er eine unabhängige externe Untersuchung des derzeitigen Governance-Systems der FIFA für große strategische Projekte in Auftrag geben möchte. Zweitens möchte ich vorschlagen, dass der Rat eine direkte, strukturierte und zeitlich begrenzte Konsultation mit Konföderationen, Mitgliedsverbänden und relevanten Interessengruppen durchführt», schreibt Infantino auf Englisch an die Fußball-Funktionäre weltweit. 

Dabei solle «diskutiert werden, wie die Entscheidungsprozesse der FIFA weiter verbessert werden können», versichert der 56-Jährige, der nach einem Vorstoß zur Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren im Sommer massiv unter Druck steht. Konkret bietet Infantino an, darüber zu diskutieren, wie die FIFA-Institutionen früher in große Projekte einbezogen werden können und welche Rolle dabei auch der FIFA-Präsident künftig haben soll. 

Kein Verzicht auf erneute Kandidatur

Infantino machte gleichzeitig klar, dass er die FIFA weiter anführen will. Von einem Verzicht auf eine Kandidatur für eine vierte Amtszeit beim Kongress im März 2027 ist nicht die Rede. Diesen fordern seine Kritiker um UEFA-Präsident Aleksandar Ceferin. Auch der Deutsche Fußball-Bund um DFB-Chef Bernd Neuendorf, der auch im FIFA-Council sitzt, hat sich klar gegen Infantino positioniert. Eine Reaktion der Infantino-Gegner auf den Brief gab es bislang nicht. 

«Ich bleibe voll und ganz dazu verpflichtet, die FIFA zu führen, und bin zuversichtlich, was wir gemeinsam erreichen können. Unsere Verantwortung ist größer als jeder einzelne Vorschlag oder jede Meinungsverschiedenheit. Sie besteht darin, die Unabhängigkeit der FIFA zu schützen, ihre Institutionen zu stärken und sicherzustellen, dass der Fortschritt des Fußballs dem gesamten Fußball zugutekommt, überall auf der Welt», schrieb Infantino. Vorschläge, die bis zur Sitzung des FIFA-Rates am 15. Oktober eingehen, können dort bereits berücksichtigt werden.

UEFA und CONCACAF als Opposition

Die Europäische Fußball-Union UEFA und die Fußball-Verbände aus Nord- und Mittelamerika verfolgen seit mehreren Wochen einen harten Oppositionskurs gegen Infantino. Einen Gegenkandidaten für die Präsidentschaftswahlen haben sie aber noch nicht benennen können. Ende August eskalierte der Streit mit der Androhung eines Strafantrags vor Schweizer Gerichten im Zusammenhang mit den WM-Investorenplänen gegen Infantino. Dafür wurden bei US-Gerichten Informationen über die geplanten Geschäfte angefragt. 

Seinen Gegner reichte Infantino nun durch das Schreiben symbolisch die Hand. «Die Behandlung eines Verbands wird nicht von seiner Position zu einem Vorschlag oder einer institutionellen Angelegenheit abhängen.
Ich stehe weiterhin jedem von euch zur Verfügung. Jeder Mitgliedsverband hat das Recht, gehört zu werden. Einigkeit ist keine Voraussetzung für Dialog, und Meinungsverschiedenheiten sollten niemals den gegenseitigen Respekt verhindern», schrieb der Schweizer.

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© dpa-infocom, dpa:260921-930-722819/2
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