
Woelki ist im Erzbistum bei vielen Menschen und Gremien umstritten, weil er 2020 ein Gutachten über den Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Missbrauchsvorwürfen nicht veröffentlicht hatte. Aus rechtlichen Gründen, wie er selbst sagt. In der Folgezeit entstand eine tiefe Vertrauenskrise zwischen vielen Katholikinnen und Katholiken in Köln und ihrem Erzbischof. Die vom Papst verhängte Auszeit sollte Zeit zum Nachdenken geben und vielleicht auch die Wogen glätten. Das hat nicht funktioniert - Woelkis erster Arbeitstag wird begleitet von offenem Widerstand. Der Vorsitzende des Katholikenausschusses in Köln, Gregor Stiels, spricht von einer Herde ohne Hirten und dass es kaum mehr Rückhalt und Vertrauen gebe:
‚‚Es wird viel Kraft kosten, das wiederaufzubauen. Und dann stellt sich die Frage: Was ist mit den anderen Themen, wo wir dringend als Kirche gebraucht werden? Es gibt Krieg, es gibt nach der Corona-Pandemie Spaltung in der Gesellschaft. Wo sind wir als Kirche? Wir werden da dringend gebraucht. Können wir es uns leisten, dann um uns selbst zu kreisen und nur diese Frage zu klären, wie Vertrauen zurückgewonnen wird?‘‘
Es gebe keine Zukunft für das Erzbistum Köln mit Woelki, erklärt die Reformbewegung Maria 2.0.