
Köln zeigt Anteilnahme nach Tat in Halle an der Saale
(SR) Vor dem Kölner Dom haben sich am Donnerstagabend mehrere hundert Kölner zu einer Mahnwache gegen Antisemitismus versammelt. Viele Kölner Bündnisse und Initiativen haben zu der Solidaritätskundgebung aufgerufen. Rund eine Stunde lang hielten die Teilnehmer Plakate mit der Aufschrift "Nie wieder!" in die Luft, hielten Trauerkerzen in den Händen, einige trugen auch die jüdische Kopfbedeckung Kippa.
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Der stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft AG Köln, Helge David Gilberg, sagte im Radio Köln Interview, Antisemitismus passiere auch in Köln täglich und werde immer schlimmer. Der versuchte Anschlag am Mittwoch in Halle sei nur der Gipfel. Die zwei Zufallsopfer hätten dafür herhalten müssen, dass der Täter nicht in die Synagoge kam. Und diesen Opfern gedenke man.
Auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker war gekommen. Sie sprach von einer schockierenden und abscheulichen Tat in Halle. Jörg Detjen von den Kölner Linken sagte, es gehe jetzt darum, Solidarität zu zeigen. Es gehe aber auch darum, Angriffen auf unsere Gesellschaft wie in Halle entschieden entgegenzutreten und lautstark unsere Demokratie zu verteidigen.
In Halle an der Saale hatte ein mutmaßlicher Rechtsextremist versucht einen Anschlag auf die dortige Synagoge zu verüben und zwei Menschen erschossen. Im Namen der Stadt Köln erklärte Reker den Angehörigen ihre aufrichtige Anteilnahme. Die jüdischen Mitbürger ließ sie wissen, dass man solidarisch zusammenstehe. Ein Angriff auf sie sei ein Angriff auf uns alle, so Reker weiter. Auch Kölns Erzbischof Kardinal Woelki sprach bei Twitter sein Mitgefühl aus. Er sei erschüttert über die Nachrichten aus Halle und rief zum Gebet für die Opfer und ihre Angehörigen auf.
Aufgerufen zu der Mahnwache haben unter anderem das Bündnis „Köln gegen Rechts“, das Katholische Stadtdekanat und die Kölnische Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Auch die Türkisch-Islamische Union DITIP unterstützt die Solidaritätsbekundung gegen Antisemitismus. Vor dem Testspiel zwischen dem 1. FC Köln und Viktoria Köln gab es im Sportpark Höhenberg eine Schweigeminute für die Opfer von Halle.
Der Generalbundesanwalt spricht inzwischen von Terror. Im Auto des mutmaßlichen Täters haben die Ermittler neben mehreren Waffen auch vier Kilo Sprengstoff gefunden.