
Kölner Flüchtlingsrat spricht von politischem Versagen und fordert Hilfe
(KU|Symbolbild) Die Bilder aus Afghanistan sind schrecklich. Zwar läuft die Evakuierungs-Aktion der Bundesregierung für alle Deutschen und die Ortshelferinnen und Ortshelfer der Bundeswehr inzwischen, trotzdem sitzen tausende Afghaninnen und Afghanen im Land fest und haben Angst um ihr Leben. Der Kölner Flüchtlingsrat spricht von unfassbarer Ignoranz, politischem Versagen und einem Scheitern der NATO-Staaten.
Veröffentlicht: Donnerstag, 19.08.2021 14:15
Die aktuelle Situation in Afghanistan mache ihn und viele andere fassungslos, sagte uns Claus-Ulrich Prölß vom Kölner Flüchtlingsrat.
„Es melden sich unheimlich viele Afghaninnen und Afghanen aus Köln und die sind alle verzweifelt, sie leben in Todesangst und haben natürlich Sorge um ihre Angehörigen vor Ort. Was wir da für Geschichten hören, da ist tragisch nicht das richtige Wort, das kann einen fast wütend machen.“
Der Kölner Flüchtlingsrat fordert deshalb eine schnelle und unbürokratische Aufnahme aller Menschen, die für deutsche Einrichtungen in Afghanistan gearbeitet haben.
Dem schließt sich auch die Kölner VOLT-Fraktion an: Es müsse jetzt sofort gehandelt werden, um niemanden schutzlos zurückzulassen. Die Partei findet außerdem, dass die Auswahl der Menschen, die die Bundesregierung außer Landes bringen will, zu eng gefasst ist: Alle Schutzbedürftigen müssten evakuiert werden, es dürfe keine Einschränkungen geben. NRW-Familienminister Stamp hatte angekündigt, dass das Land 800 plätze für afghanische Ortskräfte und ihre Familien bereitstellen will. Die Kölner FDP fordert, dass 100 von ihnen auch in Köln aufgenommen werden sollen.