Kölsche Künstler trotz Krise kreativ

Keine Veranstaltungen bedeuten im Moment auch keine Auftritte und Konzerte für viele Künstler und Bands in der Stadt. Die Folgen des Coronavirus sind knüppelhart: Die Einnahmen fehlen, weil es aktuell keine Buchungen gibt. So ganz untätig ist die Musikszene aber nicht. Unser Jeckenreport.


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#veedelband singt Veedel-Song

"En unserem Veedel" ist in Köln nicht wegzudenken. Der Klassiker der Bläck Fööss gehört zu Köln, genau wie der Dom und der Rhein. Öfter als in den vergangenen Wochen wurde der Song aber wohl noch nie gespielt und gesungen. Schon in der Karnevalssession erlebte das Lied passend zum Motto "Et Hätz schleiht em Veedel" einen erneuten Boom, jetzt wird der kölsche Gänsehaut-Klassiker in ganz vielen Veedeln gesungen und zwar nach den Klatsch-Konzerten um 21 Uhr.

Ein absolutes Ausrufezeichen hat dann in den vergangenen Tagen aber fast die komplette kölsche Musikszene in Köln gesetzt: Die Fööss, Brings, Cat Ballou, die Höhner, Kasalla, Carolin Kebekus, Dennis Kleimann, die Paveier, Bernd Stelter, Peggy Sugarhill, Jürgen Zeltinger und noch viele viele mehr haben den Song in ihrem quasi Quarantäne-Studio eingesungen, eingespielt und herausgekommen ist eine ganz neue Version von "En unserem Veedel". Ein Hit und ein großes Zeichen an Solidarität und Zusammenhalt für Köln, für die ganze Stadt. Und wenn ihr das Video dazu gesehen habt: Nein, ihr habt euch nicht geirrt. Schlagersängerin Andrea Berg ist auch mit von der Partie.

Viele KünsterInnen aus Köln haben sich zusammengetan und einen Klassiker der Fööss neu eingesungen: En unserem Veedel.

Kasalla vun Zohus – Cat Ballou als #hauskatzen

Videotagebücher oder Video-Podcasts. Irgendwie müssen Künstler und Bands ja auf sich aufmerksam machen, wenn schon eine Veranstaltung und ein Konzert nach dem anderen abgesagt werden. So sind auch die Jungs von Kasalla und Cat Ballou nach ein bisschen Stillstand wieder fleißig und helfen sich über Video-Konferenzen weiter. Die bekommen dann die Fans zu sehen. Vor allem bekommen wir einen kleinen Einblick, wie die Bands zu Hause leben. Musik gibt's natürlich auch.

Domstürmer im Live-Video

15.30 Uhr an einem Samstagnachmittag. Normalerweise ist das die Zeit für die Fußball-Bundesliga. Die allerdings fällt ja wegen des Coronavirus aus. Das nutzen gerade die Domstürmer für sich und gehen pünktlich zum Anstoß "live" auf ihrem Facebook-Account. Wichtig für Frontmann Micky dabei in diesen Zeiten: Lachen. "Denn mit einem Lachen im Gesicht wird jeder Tag, so schwer er sein mag nur noch halb so hart“ singt er und seine Band ja sowieso schon im Song "Mach dein Ding!". Eine Stunde lang hält Micky seine Fans bei Laune. Das kann dann gerne auch mal mit ein paar platten Witzen sein. Von jetzt auf gleich spielt er auch einfach mal auf dem Klavier, und baut das ein, was die Follower auf Facebook so posten. Kreativ und spontan der Herr Nauber.

Björn Heuser: Facebook-Mitsing-Konzert

Wenn es im Brauhaus schon nicht sein soll, dann muss Björn Heuser die Kölnerinnen und Kölner eben anders zum Mitsingen auffordern. Schon zwei Mal hat er deshalb für ein unsichtbares Publikum gesungen und zwar über seine Facebook-Seite. Und der Mann an der Gitarre macht das genau so, als würde er in einer ausverkauften Arena stehen. Da wird’s an einigen Stellen sogar mal leiser, weil das Publikum mitsingen soll. Der ein oder andere wird sich dabei mit Sicherheit schon ertappt haben, wie er vor dem Handy, Laptop oder Tablet mitgesungen hat. Genau so soll es sein. Ein bisschen Spaß haben. Das muss in diesen Tagen sein. Björn Heuser ist mit seinen Online-Mitsing-Konzerten ein Teil davon.

Rapper renoviert Büro

Die Not macht im Moment erfinderisch. Was bleibt den Künstlern aus unserer Stadt schon anderes übrig. Rapper Mo-Torres zum Beispiel stand in der vergangenen Woche noch auf einer Bühne und spielte ein Konzert. Von Publikum war allerdings nichts zu sehen. Seine Fans konnten sich über die Plattform von Dringeblieben (Rausgegangen in Nicht-Corona-Zeiten) dazu schalten. Jetzt ist Moritz gerade dabei sein neues Büro zu renovieren. Sorgen über sein großes Konzert am 24. Oktober im Palladium in Mülheim macht er sich noch nicht. "Mehr als optimistisch sein kommt mir da gar nicht in die Tüte", sagte er im Radio Köln-Interview. Die wichtigere Frage im Moment sei, was nach diese Krise komme? "Sind die Veranstalter danach überhaupt noch liquide genug, um sich Künstler zu buchen? Gibt es überhaupt noch Veranstaltungen?" Fragen, die in den nächsten Wochen und Monaten beantwortet werden müssen.

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