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Neue Aufregung um Missbrauchsvorwürfe gegen Pfarrer
© Radio Köln/ Waltel
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Neue Aufregung um Missbrauchsvorwürfe gegen Pfarrer

(RO | Symbolbild) Die Vorwürfe gegen das Erzbistum Köln, in einem Fall von Missbrauchsvorwürfen gegen den früheren Stellvertreter des Düsseldorfer Stadtdechanten nicht gehandelt zu haben, verdichten sich. Die BILD-Zeitung hat ein Schreiben des früheren Interventionsbeauftragten Vogt an Generalvikar Hofmann vom September 2018 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass das Erzbistum spätestens seit 2015 von den teils schweren Anschuldigungen gewusst haben muss.

Veröffentlicht: Freitag, 30.04.2021 15:18

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Vogt schreibt, ein Gemeindemitglied habe schon 2010 in einem anonymen Schreiben an Weihbischof Woelki davon berichtet, dass der Pfarrer kein normales Verhältnis zu Messdienern habe. Es habe anzügliche Sprüche und Saunabesuche mit Messdienern gegeben, Herumtreiben in homosexuellen Kreisen, schwelgen in Luxus. Erst 2015 habe es ein offizielles Leitlinienverfahren gegeben, obwohl sämtliche Vorwürfe dem Kölner Generalvikariat mindestens seit 2010 bekannt gewesen seien, so Vogt. Seitdem gebe es bekannte Unterlagen.

Das Erzbistum Köln hatte mitgeteilt, erst Ende 2020 neue Erkenntnisse zu dem Pfarrer erhalten und sie an die Kölner Staatsanwaltschaft weitergeleitet zu haben. Die stellte das Verfahren wegen Verjährung ein. Das Erzbistum erklärt dazu jetzt in einer offiziellen Stellungnahme, die von der BILD veröffentlichten Dokumente seien weder geheim noch neu. Sie seien Bestandteil des Gutachtens, und dies habe eindeutig keine Pflichtverletzung von Kardinal Woelki festgestellt.

Hier die schriftliche Stellungnahme vom Erzbistum Köln:

"Die in der BILD genannten Akten und Notizen sind seit Monaten alle Bestandteil des Materials, welches den Gutachtern der Unabhängigen Untersuchung zur Verfügung gestellt wurde. Um "neue Geheimdokumente", wie dargestellt, handelt es sich nicht. Sie sind weder geheim noch neu.
Professor Gercke hat auch dieses Material bereits in seiner Untersuchung vom März 2021 bewertet und hier eindeutig keine Pflichtverletzung aufseiten des Kardinals festgestellt. Alle Vorgänge sind im Abschlussbericht dokumentiert und veröffentlicht. Jeder Interessierte kann dies nachvollziehen. Der Aufarbeitungsprozess konnte durch die Arbeit der Interventionsstelle weiter vorangetrieben werden. Dadurch hat das Erzbistum Köln in den letzten Monaten neue Erkenntnisse erhalten. Dazu sagt Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki: "Ich begrüße ausdrücklich die konsequente Aufarbeitung und alle Hinweise, die für die Betroffenen ein Stück mehr Wahrheit bedeuten können. Jedem Hinweis geht das Erzbistum Köln konsequent nach." 
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