
Pflegepersonal demonstriert gegen chronische Überlastung
(PR) Das Pflegepersonal arbeitet vor allem während der Corona-Pandemie am Limit und unter erschwerten Bedingungen. Aber auch schon zuvor gab es immer wieder Aufrufe, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Zum Tag der Pflege am Mittwoch gab es daher zwei Demonstrationen in Köln.
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.05.2021 04:23
Die erste fand vor der Uniklinik Köln statt. Rund 30 Pflegekräfte haben am Mittwochmittag jede Menge rote Karten in den Himmel gestreckt. Sie stehen symbolisch für die Aktion „Rote Karte für die Gesundheitspolitik der Bundesregierung“ am deutschlandweiten Tag der Pflege. Frederik Thronemann von ver.di hat uns im Radio Köln-Interview die aktuelle Situation vieler Pflegekräfte erklärt:
"Das ist ein Zeichen Richtung Berlin, Richtung Politik und explizit in Richtung Gesundheitsminister. Leute, die ihr Entscheider seid: Ändert was! So kann es nicht weitergehen! Die Situation war schon vor der Pandemie beschissen: Immer mehr Pflegekräfte verlassen den Beruf, weil die Belastung noch mehr steigt, und dadurch wird die Knappheit immer höher."
Deshalb fordere man von der Politik bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen, um den Pflegeberuf wieder attraktiver zu machen.
Um 17 Uhr rufte dann der Verein Cologne Cares zu einer Kundgebung auf dem Heumarkt auf. Die Organisatoren fordern eine Reform des Gesundheitssystems durch die Abkehr vom aktuellen profitorientierten System.
Immer weniger Pflegende hätten sich in den letzten Jahren um immer mehr Patientinnen und Patienten kümmern müssen - die Pflegekräfte seien chronisch überlastet.