
Streiks am Weltfrauentag
(DC) Die städtischen Kitas bleiben zu und die Kölner Hilfetelefone "Gewalt gegen Frauen" und "Schwangere in Not" bleiben still. Am Weltfrauentag hat die Gewerkschaft ver.di die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst zum nächsten Warnstreik aufgerufen. Am Mittwochvormittag sind sie vom Hans-Böckler-Platz zum Alter Markt gezogen, wo eine große Kundgebung stattfinden soll.
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Der Weltfrauentag am Mittwoch ist nicht zufällig als Streiktag gewählt. Denn laut ver.di ist die soziale Arbeit mit 83 Prozent eine Branche, in der überwiegend Frauen arbeiten und in der es vielfach an finanzieller Anerkennung für die geleistete Arbeit fehle. Jobs in Kitas, Wohngruppen oder beim Jugendamt gelten immer noch als "typisch weibliche" Berufe und sie erfahren nicht die gleiche gesellschaftliche Anerkennung wie andere, so ver.di. Und gerade diese Jobs seien ja während der Coronapandemie als systemrelevant eingestuft worden. Wenn sie jetzt auch besser bezahlt würden, könnte das ein deutliches Signal an zukünftige Fachkräfte sein, dass eine Beschäftigung in diesen Jobs auch ein Perspektive habe. Frauen, die in Teilzeit oder als befristet Beschäftigte arbeiten, würden die Folgen der aktuellen Krise am deutlichsten spüren.
Zum ersten Mal sind am Mittwoch auch die Beraterinnen der Hilfetelefone zum Streik aufgerufen. Sollten dem alle folgen, stehen die Telefone den ganzen Tag über still.
Mit dem Warnstreik wollen die Beschäftigten vor der dritten Verhandlungsrunde ein deutliches Signal an die Arbeitgeber schicken, dass das vorgelegte Angebot im aktuellen Tarifstreit nicht akzeptabel sei. Ver.di fordert 10,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 500 Euro.
Auch die Gewerkschaft komba hat ihre Beschäftigten im öffentlichen Dienst zum Streiken aufgerufen. Hier ist ein Demozug vom Deutzer Bahnhof über die Deutzer Brücke Richtung Oper gezogen. Die Deutzer Brücke war deshalb für kurze Zeit gesperrt.