
Der Schaden ist deutlich größer als ein paar abgeknickte Äste und lose Dachziegel. Der Tornado, der gestern durch Poll fegte, hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Ganze Dächer wurden abgerissen und hunderte Meter weit geschleudert, unzählige Bäume sind entwurzelt und viele Autos kaputt. Eine Anwohnerin erzählt, dass ihr Kamin jetzt im Vorgarten liegt. Und auch ihr Balkon wurde verwüstet: Stühle, Tisch, Kühlschrank und Grill sind jetzt weg.
Aber auch Verletzte gab es. Wie viele Menschen genau verletzt wurden steht noch nicht fest, die Angaben von der Polizei, der Feuerwehr und Anwohnern schwanken zwischen einem und vier Verletzten. Zwei Menschen erlitten Knochenbrüche. Der eine stürzte bei einer Windböe auf der Domplatte, der andere wurde in der Innenstadt von einem Baum getroffen. Beide seien aber nicht lebensgefährlich verletzt. Ein dritter wurde in Marienburg unter einem Baum begraben, er kam ins Krankenhaus.
Die Stadt bittet um besondere Vorsicht, auch in Parks und Alleen. Die Hauptverkehrsstraßen sind laut Polizei mittlerweile geräumt, Nebenstraßen und Gehwege können noch blockiert sein. Von gestern Morgen bis heute Morgen zählte die Polizei 240 Sturmeinsätze.
Update Samstag, 23.12.23 09 Uhr:
Wie die Feuerwehr auf Radio Köln-Nachfrage mitteilt, muss sie inzwischen nicht mehr wegen sturmbedingten Einsätzen ausrücken. Das war bis gestern Abend noch anders: Die Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr und des THW verschafften sich auch mit Hilfe einer Drohne einen Überblick über die entstandenen Schäden und arbeiteten dann mit Hochdruck daran, die Trümmer zu beseitigen. Auch zahlreiche Dachdecker aus Köln und dem Umland hätten geholfen, Dächer provisorisch wieder instand zu setzen. Insgesamt habe es rund 380 Einsätze wegen des Sturmtiefs gegeben.