
Bonner Nordbrücke bleibt zwei Jahre gesperrt
Deutschland kann offenbar doch schnell bauen, wenn es nötig ist. Bundesverkehrsminister Schnieder hat heute vor der Presse in Berlin erklärt, dass der Neubau der Bonner Nordbrücke jetzt sofort in die Wege geleitet wird. ADAC und Handwerkskammer äußerten ihre Bedenken.
Veröffentlicht: Freitag, 19.06.2026 08:54
Das Gutachten habe gezeigt, dass die Schäden so gewaltig sind, dass die Brücke nicht wieder für den Verkehr geöffnet werden kann, sagte Bundesverkehrsminister Schnieder. Die Ausschreibung für den Neubau soll sofort rausgehen, in zwei Jahren soll die neue Brücke stehen. Streng genommen geht es dabei nicht um die Rheinbrücke an sich, sondern um die dahinführende Vorlandbrücke.
Handwerkskammer zu Köln
„Unsere Befürchtungen haben sich leider bestätigt - das bedeutet Umwege, Zeitverlust und enorme Kosten für unsere Betriebe. So hat die Kölner Handwerkskammer in einer ersten Reaktion auf die Lage rund um die Bonner Nordbrücke reagiert. Für das regionale Handwerk bedeute das in den nächsten Jahren erhebliche Mehrbelastungen, sagt Handwerkskammer Präsident Rademacher. Man nehme den Verkehrsminister beim Wort: Bund und Autobahn GmbH seien jetzt gefordert, die Teil-Sanierung der Brücke und auch den Brückenneubau mit höchster Priorität voranzutreiben.
ADAC
Der ADAC sagt: Der Worst Case ist eingetreten. 100.000 Fahrzeuge, die bisher täglich über die Nordbrücke gefahren sind, müssten sich jetzt im Großraum Bonn auf das restliche Straßennetz verteilen. Der Automobilclub rät vor allem allen Pendlern die Park and Ride Plätze und den ÖPNV zu nutzen und wenn es geht, Homeoffice-Tage auf Mittwoch und Donnerstag zu legen, denn da gebe es die staureichsten Zeiten. Der Plan in zwei Jahren einen Neubau dort stehen zu haben, sei sehr ambitioniert - aber machbar, so der ADAC.
(SR/RO/Archivbild)