Vorstellung von Abschlussbericht zu Missbrauch verschoben

(SR) Eigentlich wollte Kölns Erzbischof Kardinal Woelki am Donnerstag den Abschlussbericht einer „Unabhängigen Untersuchung“ zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche vorstellen. Der Termin muss jetzt allerdings wegen offener rechtlicher Fragen verschoben werden. 

© Erzbistum Köln

In der Untersuchung werden nämlich die Verantwortlichen namentlich genannt. Die mit der Studie beauftragte Kanzlei habe dazu geraten, auf die Vorstellung der Ergebnisse zu verzichten. Es müsse vorher geklärt sein, dass eine identifizierbare Darstellung der Verantwortlichen nicht juristisch angegriffen werden könne.

Nur so könne man rechtssicher dokumentieren, wie Fälle sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Köln gehandhabt worden seien und welche möglichen Versäumnisse es dabei gegeben habe. Dies geschehe im eindeutigen Willen, größtmögliche Gerechtigkeit für die Betroffenen herzustellen. Das sei die Kirche den Betroffenen und der Öffentlichkeit schuldig.

In keinem anderen deutschen Bistum gibt es bisher eine vergleichbare Untersuchung der Missbrauchsfälle der Vergangenheit. Alle einschlägigen Personalakten seit 1975 haben die Experten dafür untersucht.

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