
Warnstreik an der Uniklinik
(PW) „Schluss mit Klatschen, wir wollen mehr!“ Rund 700 Tarifbeschäftigte der Universitätsklinik Köln haben am Dienstagvormittag vorübergehend die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft ver.di hatte für einen Warnstreik auf dem Albertus-Magnus-Platz aufgerufen. Gefordert wurde vor allem mehr Personal auf den Stationen, aber auch mehr Auszubildende, mehr Gehalt und allgemein mehr Wertschätzung für ihre Arbeit. Gestreikt haben parallel Tarifbeschäftigte der Universitätskliniken in Essen und Düsseldorf.
Veröffentlicht: Dienstag, 09.11.2021 07:35
In der Corona-Pandemie habe man gesehen, was Medizinerinnen und Mediziner, sowie Pflegepersonal leisten müssten, erklärte Krankenpfleger Luka im Radio Köln-Interview. Damit das in der anrollenden vierten Welle aber auch wieder möglich sei, brauche man dringend Entlastung:
„Es muss endlich passieren, dass die Personalbemessung in Deutschland durchgeführt wird, wie in allen anderen Ländern. Dass nicht eine Pflegekraft 13 Patienten im Frühdienst hat, sondern davon höchstens die Hälfte, um alle adäquat zu behandeln und der Lohn muss auch dringend steigen.“
Hinzu komme, dass auch Auszubildende teilweise nicht vernünftig angeleitet würden und dadurch große Unsicherheiten beim Nachwuchs entstünden. Viele würden ihre Ausbildung deswegen sogar vorzeitig abbrechen.
Wie die Uniklinik mitteilte habe man mit den Verantwortlichen der Gewerkschaft eine Notdienstvereinbarung verhandelt. Planbare OP's wurden schon am Montag erheblich reduziert, da die Intensivstationen voraussichtlich deutlich vom Warnstreik betroffen sein werden. Auch bei ambulanten Behandlungen werde es am Dienstag zu Einschränkungen und Verzögerungen kommen. Dies werde vor allem Patientinnen und Patienten betreffen, deren Behandlung medizinisch vertretbar verschoben werden kann.




