Wenn zu Hause alles zu viel wird – Das könnt ihr tun!

Virologen und Wissenschaftler bekräftigen es jeden Tag aufs Neue: Die Corona-Pandemie wird uns noch eine ganze Zeit beschäftigen. Wie lange ist schwer absehbar. Zuhause stellt das viele Menschen vor völlig neue Aufgaben.

Arbeit, Freizeit, Privatleben – das findet jetzt alles in den eigenen vier Wänden statt. Soziale Kontakte können und dürfen wir aktuell kaum pflegen, zumindest nicht analog. Was also tun, wenn einem zu Hause die Decke auf den Kopf fällt? Wir haben eine Liste mit Kontaktadressen für euch zusammengestellt – hier erreicht ihr die Profis bei Problemen wie Einsamkeit, Stress und Streit in der Familie sowie bei häuslicher Gewalt oder Depressionen.

FrauenLeben e.V. Köln

Der Verein mit Sitz in Ehrenfeld ist auf eine Zunahme von Gewalt gegen Frauen vorbereitet. Man könne die Kapazitäten mit zusätzlichen Sozialarbeiterinnen und (Sozial-)Psychologinnen jederzeit aufstocken. Im Bereich häuslicher Gewalt werde mit einem steigenden Bedarf an Beratungen gerechnet, weil diese erfahrungsgemäß mit Stresssituationen zusammenhänge. Und die Enge, wenn eine gesamte Familie viel Zeit auf wenig Raum verbringe, sei nun mal ein Stressfaktor.

FrauenLeben e.V. wird von der Stadt Köln und dem Land NRW gefördert. Die Beratung für Frauen kann aktuell telefonisch (0221 – 954 16 60) und per Mail auf der Webseite erfolgen. So ist die Beratungsstelle besetzt:

Mo./Di./Mi. 10:00 – 14:00 Uhr

Do. 15:00 – 19:00 Uhr

Fr. 10:00 – 14:00 Uhr

Hilfetelefon – Gewalt gegen Frauen

Das Hilfetelefon mit der Nummer 08000 116 016 sitzt zwar nicht in Köln, hat aber den großen Vorteil, dass es rund um die Uhr besetzt ist. Außerdem gibt es die Beratungsangebote hier in 17 verschiedenen Sprachen, in leichter Sprache und in Gebärdensprache. Die Beratung kann ebenfalls über Chats auf der Webseite genutzt werden.

agisra e.V.

Der Kölner Verein bietet psychosoziale Beratung und Unterstützung vor allem für Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen an. Dementsprechend wird die Beratung auch hier auf verschiedenen Sprachen angeboten: unter anderem auf persisch, französisch, englisch, arabisch, serbisch, albanisch, amharisch und tigrinya. Für weitere Sprachen gibt es auch einen Pool an Dolmetschern. Bei den Frauen sei eine große Verunsicherung spürbar, inwieweit man sich trotz der aktuellen Auflagen Hilfe suchen dürfe. Aufgrund der Corona-Krise sind die telefonischen Sprechzeiten (0221 124 019) verlängert worden, finden allerdings nur noch in Notfällen face-to-face statt:

Mo. - Fr. 9:00 – 16:00 Uhr

Telefonseelsorge

Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche bieten eine Telefonseelsorge für alle Kölner an. Man habe mit Beginn der Kontaktsperre schon einen Zuwachs an eingegangenen Telefonaten verzeichnet, so eine Sprecherin gegenüber Radio Köln. Vor allem hätten Personen angerufen, die ohnehin in einer schwierigen Lebenslage sind, zur Risikogruppe gehören und sich Sorgen um ihre Gesundheit, Arbeitsplätze und Zukunft machen. Die Telefonseelsorge ist deshalb aktuell in den Abendstunden doppelt besetzt und ansonsten auch rund um die Uhr erreichbar.

Dies ist die Nummer für die Telefonseelsorge der evangelischen Kirche: 0800 111 0 111

Dies ist die Nummer für die Telefonseelsorge der katholischen Kirche: 0800 111 0 222

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Familienberatung

Die Stadt Köln hat fünf Familienberatungsstellen in den Stadtbezirken. Hier können sich Familien melden, wenn ihnen der Alltag in der Corona-Zeit über den Kopf wächst. Grundsätzlich wird trotz der Ausnahmesituation ein geregelter Tagesablauf mit festen Uhrzeiten zum Aufstehen, Frühstücken usw. empfohlen. Außerdem würden Rituale wie ein gemeinsames Abendessen, Spieleabend, gemeinsames (Vor)lesen o.ä. dem Tag mehr Struktur geben. Die Zentrale der Familienberatung (0221 221 29 053 oder per Mail: familienberatung@stadt-koeln.de) ist wochentags von 10:00 – 14:00 Uhr besetzt, aber in der Regel auch vor- und nachher erreichbar. Die Telefonnummern der Familienberatungsstellen in den Stadtbezirken selbst findet ihr hier.

Kinderschutzbund

„Wir sind soziale Wesen und wir brauchen einander“ – das sagt der Kinderschutzbund Köln. Und im Moment werden Familien vor enorme organisatorische Aufgaben gestellt, um den Alltag zu bewältigen. Damit steige auch das Konfliktpotenzial und die Gefahr, dass Gewalt angewendet wird. Der Kinderschutzbund Köln führt vorsorglich keine persönlichen Beratungsgespräche mehr durch – Familien-, Sozial- und Gruppenberatungen finden jetzt telefonisch statt. Und anrufen kann Jeder: Familien, Eltern, Kinder, aber auch Fachleute. Die Sekretariatsnummer 0221 / 5 77 77 – 0 ist zu folgenden Zeiten besetzt:

Mo. - Do. 9:00 – 13:00 Uhr, sowie 14:00 – 17:00 Uhr.

Fr. 9:00 – 13:00 Uhr, sowie 14:00 – 15:00 Uhr

Nummer gegen Kummer

Die bundesweite Hotline für Kinder und Jugendliche, aber auch deren Eltern, bietet neben der klassischen Telefonberatung auch eine Chat- und Mailberatung auf der Webseite an. Die Telefonhotline selbst arbeitet eng mit dem Kölner Kinderschutzbund zusammen, sodass es sogar sein kann, dass Anrufer direkt dort landen. Die Hotline 116 111 ist von Montag bis Samstag (14:00 – 20:00 Uhr) besetzt.

Sozialpsychatrischer Dienst

Unter der Telefonnummer 0221 / 221 24 710 hat die Stadt Köln ihren sozialpsychatrischen Dienst geschaltet. Die Telefonnummer ist von Montag bis Donnerstag (8:00 – 16:00 Uhr) und Freitag (8:00 – 12:00 Uhr) erreichbar. Das Beratungsangebot richtet sich vor allem an psychisch- und suchtkranke Menschen – eine diagnostizierte psychische Erkrankung ist aber keine Bedingung für eine Beratung. Das oberste Ziel sei die Krisenvermeidung für diejenigen, die mit dem veränderten Alltag nicht zurechtkommen. Man rechne in der Corona-Krise mit einer Zunahme von Anfragen von Menschen, die durch fehlende Behandlungen und soziale Kontakte in Krisen geraten und von denjenigen, die Konflikte in der eigenen Wohnung erleben.

Copyright: pixabay© pixabay
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Selbsthilfe-Kontaktstelle Köln

Die Selbsthilfe-Kontaktstelle Köln ist die größte in NRW und hat insgesamt rund 800 Selbsthilfegruppen. In den Gruppen mit den Oberbereichen "Soziales" und "Gesundheit" finden sich alle Altersklassen wieder. Wer in der aktuellen Situation anruft hat die Möglichkeit eine passende Selbsthilfegruppe vermittelt zu bekommen oder bei ausreichendem Interesse eine eigene Gruppe zu gründen. In der aktuellen Corona-Krise sei schon jetzt eine Verunsicherung spürbar. Die telefonische Beratung erfolgt unter der Nummer 0221 95 15 42 16 (Mo.: 9:00 – 12:30 Uhr; Mi.: 14:00 – 17:30 Uhr; Do.: 9:00 – 12:30 Uhr). Die Hotline für türkischsprachige Informationen gibt es auf der Webseite.

Kölner Studierendenwerk

Auch das Kölner Studierendenwerk bietet eine psychologische Beratung an. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Studierende der Kölner Hochschulen. Man sei auch in dieser schwierigen Situation weiter ansprechbar und stelle sich vor allem auf viele organisatorische Fragen ein. Studierende, denen die Einnahmen aus dem Nebenjob komplett wegbrechen oder die nach monatelangen Vorbereitungen auf Abschlussprüfungen in ein Loch fallen, weil diese Prüfungen abgesagt wurden - darauf sei man vorbereitet. Die Beratung findet ausschließlich am Telefon statt (0221 16 88 150). Die Zeiten: Mo. - Do. von 9:00 – 13:00 Uhr sowie 14:00 – 17:00 Uhr.

Deutsche Depressionshilfe

Die bundesweit agierende Stiftung "Deutsche Depressionshilfe" gibt es bereits seit 2008. Online gibt es übersichtlich zusammengetragene Tipps gegen die Einsamkeit während der Corona-Krise. Das Info-Telefon unter der Nummer: 0800 33 44 5 33 ist folgendermaßen besetzt:

Mo., Di. und Do: 13:00 – 17:00 Uhr

Mi. und Fr.: 08:30 – 12:30 Uhr

AVT Köln (Akademie für Verhaltenstherapie)

Die mit der Corona Pandemie verbundenen Veränderungen in unserem persönlichen und sozialen Umfeld sind vielfältig. Vor allem ist diese Situation für uns alle neu und es bestehen große Unsicherheiten innerhalb der gesamten Gesellschaft. Dies betrifft Ängste, die direkt mit den Folgen der Pandemie zu tun haben, genauso wie Sorgen um Angehörige, den Arbeitsplatz oder die Zukunft. Die Akademie für Verhaltenstherapie Köln (AVT) bietet daher ab sofort eine kostenlose Corona-Hotline an. Die Leitungen sind mit gut ausgebildeten und erfahrenen Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen besetzt.

Die Nummer lautet: 0221 - 29 29 18 29. Zu diesen Zeiten ist sie besetzt: Mo. 8-20 Uhr, Di. 9-13 Uhr und 14-20 Uhr, Mi. 9-16 Uhr und 17-19 Uhr, Do. 9-20 Uhr, Fr. 9-13 Uhr und 15-20 Uhr.