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Das Mädchen und der TodWenn reden Gold ist

Wer sich auf die Liebe einlässt, beginnt manchmal ein Spiel mit dem Feuer. So ergeht es zumindest dem russischen Studenten Nicolai (Leonid Bichevin). Die Begegnung mit der zerbrechlichen Kurtisane Elise (Sylvia Hoeks, "The Best Offer") bestimmt fortan nicht nur sein ganzes Denken und Handeln, sondern wird ihm auch zum Verhängnis. In eindrucksvoller Kulisse erzählt das stille Kammerspiel "Das Mädchen und der Tod" - übrigens auch ein beliebtes Motiv in der Malerei - von einer Jahrzehnte andauernden, alles verzehrenden Begehrlichkeit, die unaufhaltsam auf eine Tragödie zusteuert. Leider versteigt sich der Film zu sehr ins Künstlerische, um dauerhaft in seinen Bann zu ziehen.

Den Darstellern ist kein Vorwurf zu machen. Bichevin gibt seinen liebestrunkenen Nicolai gleichermaßen leidenschaftlich wie willensstark, Hoeks' Elise ist eine unnahbare Schöne mit einer fesselnden Aura. Überzeugend fies und schmierig zeigt sich hingegen der sonst so amüsante Dieter Hallervorden als von Eifersucht und Kontrollwahn geplagter, greiser Graf, der seine Lieblings-Kurtisane keinesfalls an den jüngeren Nebenbuhler verlieren will - und dem jedes Mittel recht ist, seinen Willen durchzusetzen.

Dass Nicolai überhaupt auf Elise trifft, ist purer Zufall. Der angehende Medizinstudent befindet sich auf der Durchreise von Moskau nach Paris und strandet eines Nachts im Sanatorium des besagten Grafen, in das ein Bordell integriert ist. Für Nicolai ist es Liebe auf den ersten Blick, für Elise stellt seine Zuneigung eine Bedrohung dar: Der Graf ist ihr Gönner, sie darf im nicht den Rücken kehren, ansonsten droht ihr Schlimmes. Also gibt sie sich kühl und abweisend, obwohl es sie schier zu zerreißen scheint.

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Fortan schleicht Nicolai um seine Angebetete herum wie eine Katze um den heißen Brei. Sein Werben wäre weniger ermüdend, wenn während der langen, entschleunigten Einstellungen ab und an geredet würde. Die Kommunikation zwischen den Figuren spielt sich weitestgehend über die - zugegebenermaßen meisterlich eingesetzte - Mimik ab. Dieses fast schon penetrante Schweigen, ein Markenzeichen von Regisseur Jos Stelling ("Duska"), können die durchkomponierten Bilder jedoch nur bedingt auffangen.

Fällt schließlich doch einmal ein Wort, geschieht dies in gleich drei Sprachen: Im Sanatoriums-Bordell parliert man Deutsch, Französisch und Russisch. Dass Stelling seine Darsteller großteils in ihren Muttersprachen agieren lässt, verleiht nicht nur den Figuren, sondern auch der absurd anmutenden Situation - Todkranke sitzen neben gealterten und blutjungen Huren - Authentizität.

Nichtsdestotrotz sind es 127 recht mühsame Minuten, die der Niederländer seinem Publikum zumutet. Ihm gelang es nicht wirklich, die Balance zwischen mitreißender Unterhaltung und künstlerischem Anspruch zu finden. Technisch gesehen ist "Das Mädchen und der Tod" ein wunderbares Stück Kino. Auch die Geschichte hat das Potenzial, ein wahres Drama zu entfesseln. Der Zwangsjacke der Kunst hätte sie sich dafür aber entledigen müssen.

Christina Freko

Kinofilm
Filmbewertungakzeptabel
FilmnameDas Mädchen und der Tod
OriginaltitelHet Meisje en de Dood
Starttermin16.05.2013
RegisseurJos Stelling
GenreDrama
SchauspielerSylvia Hoeks
SchauspielerLeonid Bichevin
SchauspielerDieter Hallervorden
Entstehungszeitraum2012
LandD / RUS / NL
Freigabealter12
VerleihFarbfilm
Laufzeit127 Min.
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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