Guirassy mit trauriger Botschaft - BVB auf Achtelfinal-Kurs
Veröffentlicht: Dienstag, 17.02.2026 23:35

Champions League
Dortmund (dpa) - Torjäger Serhou Guirassy klatschte im dicken Parka auch mit Ex-BVB-Star Mats Hummels ab, hochzufrieden ließen sich die Profis von Borussia Dortmund dann von der Südtribüne feiern. Vor allem dank Guirassy haben die Westfalen die Tür zum Achtelfinale der Champions League weit aufgestoßen.
Beim 2:0 (2:0) im Playoff-Hinspiel gegen Atalanta Bergamo traf der Stürmer in der 3. Minute zur Führung und bereitete den zweiten Treffer durch Maximilian Beier (42.) mustergültig vor. «Das war ein perfekter Start», betonte Guirassy mit Blick auf sein frühes Tor.
Mit dem verdienten Erfolg vor 76.900 Zuschauern hat sich der Tabellenzweite der Fußball-Bundesliga eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel bei den Norditalienern am Mittwoch nächster Woche verschafft. «Mir wäre das dritte (Tor) noch ganz lieb gewesen», sagte BVB-Kapitän Julian Brandt allerdings beim Streamingdienst Amazon Prime: «Ein 2:0 ist dennoch gut, aber trotzdem auch immer gefährlich, wenn man noch ein Auswärtsspiel vor der Brust hat.»
Bei einem Weiterkommen trifft der BVB im Achtelfinale auf Englands Tabellenführer FC Arsenal oder den FC Bayern München.
Verkehrschaos sorgt für verspäteten Beginn
Die härteste Geduldsprobe mussten die BVB-Profis vor dem Anpfiff bestehen. Weil Star-Sänger Herbert Grönemeyer fast zeitgleich in der benachbarten Westfalenhalle auftrat, brach rund um die Arena ein Verkehrschaos aus. Mittendrin auch der Dortmunder Mannschaftsbus, der deshalb viel später als geplant ins Stadion rollte. Die Folge: Der Spielbeginn wurde um eine Viertelstunde nach hinten verschoben.
«Die Mannschaft hat 1:10 Stunden gebraucht. Bei dem einen oder anderen war da Wut im Bauch. Vielleicht hilft uns das für das Spiel», sagte BVB-Boss Lars Ricken vor dem Anpfiff bei Amazon Prime und ergänzte: «Wir wollen zeigen, dass die Champions League unser Wettbewerb ist. Ich hoffe auf einen Sieg.»
Dortmunder Blitzstart
Als es endlich losging, war der BVB sofort auf Betriebstemperatur oder wie Brandt meinte: «Wir waren relativ scharf». Nach nur 125 Sekunden traf Guirassy per Kopf zur frühen Führung. Die Flanke kam von Julian Ryerson, der schon beim 4:0 gegen den FSV Mainz 05 am vergangenen Freitag alle vier Treffer vorbereitet hatte.
Guirassy, der nach monatelangem Formtief nun in vier aufeinanderfolgenden Pflichtspielen gleich sechsmal getroffen hat, zeigte anschließend eine emotionale Botschaft. Der Nationalspieler aus Guinea hatte auf ein Shirt unter seinem Trikot in Französisch geschrieben: «Möge er sie in seinem großen Paradies willkommen heißen.» Seine Nichte sei gestorben, erklärte Guirassy nach der Partie, die Nachricht habe seinem Bruder gegolten: «Wir stehen ihm alle bei.»
BVB schlägt kurz vor der Pause erneut zu
Danach hatte Dortmund alles im Griff. Erst nach gut 20 Minuten geriet die BVB-Abwehr, in der mit Nationalspieler Nico Schlotterbeck, Niklas Süle, Emre Can und Filippo Mane gleich vier Innenverteidiger verletzt fehlten, erstmals in Gefahr. Nicola Zalewski passte quer vor das Tor, wo Mario Pasalic den Ball nur knapp verpasste.
In der Folge intensivierten die Gäste ihre Offensivbemühungen, konnten sich aber keine Chancen erarbeiten. BVB-Torwart Gregor Kobel wurde in der ersten Halbzeit kein einziges Mal ernsthaft geprüft. Allerdings taten sich auch die Dortmunder im Angriff schwer, sodass sich das Geschehen weitgehend zwischen den Strafräumen abspielte.
Doch dann startete Guirassy nach einem langen Ball von Felix Nmecha kurz vor der Pause auf dem linken Flügel plötzlich durch. Ein kurzer Blick, eine genaue Hereingabe - und Beier musste aus drei Metern nur noch den Fuß dranhalten.
Nach dem Wechsel kontrollierten die Hausherren die Partie und hätten bei etwas mehr Konsequenz vor dem gegnerischen Tor den Vorsprung sogar ausbauen können. Das gelang zwar nicht, doch der Sieg geriet nie in Gefahr.




