Blindensitzung im Sartory

Wenn man die Veranstaltungen im Köln Karneval zählen müsste, man würde wahrscheinlich nicht zu einem Ende kommen. Es sind unzählige Sitzungen und Empfänge. Eine haben wir uns aber rausgepickt. Die Blindensitzung.

© Vera Drewke

Seit 1954 gibt es die Blindensitzung in Köln, veranstaltet von den "Muuzemändelcher" - Die Kölner Karnevalisten e.V. 1949. Eine besondere Sitzung, bei der es nicht auf die große Show auf der Bühne ankommt. Keine Konfettibomben, keine Pyroshow. Es geht um's Zuhören und um's Fühlen.

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Mehr als 500 Jecke waren im Sartory, der Großteil blind und sehbehindert. Zu den emotionalsten Momenten auf dieser Sitzung gehört, wenn das Kölner Dreigestirn durch die Reihen läuft und sich anfassen lässt, sich lange Zeit für die Menschen nimmt.

"Letztendlich sehen diese Menschen mit ihren Händen", sagt Prinz Christian II. im Anschluss. "Wie sie uns abgetastet haben, da bekomme ich jetzt noch Gänsehaut. Das muss man machen, das ist Pflicht. Und ich würde ganz ehrlich auf einen Auftritt im Gürzenich verzichten, um hierhin zu kommen."
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Radio Köln-Karnevalsreporter Dominik Becker hat Nina Odenius mit auf die Blindensitzung begleitet. Sie ist 29 Jahre alt, wohnt in Ehrenfeld und ist seit ihrer Geburt an blind. Wie hat sie die Blindensitzung erlebt? Wie war das, Prinz, Bauer und Jungfrau abzutasten? Das alles hört ihr in unserem Beitrag.

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