Davis-Cup-Doppel sichert Sieg kurios - «Haben angetäuscht»
Veröffentlicht: Samstag, 07.02.2026 15:27

Tennis
Düsseldorf (dpa) - Mit einem kuriosen Punkt im Doppel haben Deutschlands Tennisspieler auf dem angestrebten Weg zum ersten Davis-Cup-Triumph seit 33 Jahren die erste Pflichtaufgabe vorzeitig gemeistert. Außenseiter Peru war in Düsseldorf gut zwei Monate nach dem enttäuschenden Halbfinal-Aus kein ernsthafter Prüfstein für die routinierte DTB-Auswahl, die das Fehlen von Spitzenspieler Alexander Zverev locker verkraften konnte.
Kevin Krawietz und Tim Pütz sicherten mit dem 6:0, 2:6, 6:4 gegen die anfangs überforderten Ignacio Buse und Arklon Huertas del Pino den notwendigen dritten Sieg zum Einzug in die zweite Qualifikationsrunde.
Damit spielt die Truppe des Deutschen Tennis Bunds Mitte September gegen Dänemark oder Kroatien um die erneute Teilnahme an der Finalrunde. Erst zum Saisonabschluss im November steht dann für die besten acht Nationen in Bologna die Trophäe auf dem Spiel.
Plötzliche Wende in Satz zwei
Angesichts der Demontage zu Beginn kam im Doppel mit dem überraschenden Satzverlust vor rund 3.000 Zuschauern plötzlich Spannung auf. «Ich glaube, die Peruaner haben angetäuscht im ersten Satz und haben dann ordentlich gespielt. Dann war es hinten raus angespannt, eng. Gut, dass wir es hinten raus gewonnen haben», bilanzierte Pütz.
Mit nur drei abgegebenen Punkten hatten die US-Open-Finalisten von 2024 im ersten Abschnitt ihre Gegner überrollt. Selbst bei einer Höchststrafe ist eine solche Dominanz eine Seltenheit. Aus dem Nichts verlor das Duo gegen die Außenseiter im zweiten Abschnitt die Kontrolle. Auch im dritten Satz mussten Krawietz/Pütz nach dem Break im ersten Spiel enge Situationen überstehen, ehe der vierte Matchball die Entscheidung brachte.
«Es war geil zu spielen bei der Atmosphäre», sagte Pütz. Der Auftritt in Düsseldorf war das erste Davis-Cup-Heimspiel seit drei Jahren.
Gegen Kroatien oder Dänemark geht es weiter
Jan-Lennard Struff und Yannick Hanfmann hatten am Freitag ihre Einzel souverän für sich entschieden. So steuerte jeder der vier Ü30-Spieler im Team einen Punkt zum Gesamtsieg bei.
«Natürlich, keine Frage, um den Davis Cup zu gewinnen, brauchen wir wahrscheinlich Sascha Zverev», hatte Hanfmann nach seinem ungefährdeten Zweisatzsieg gesagt. «Aber trotzdem haben wir echt immer gezeigt, dass wir den Davis Cup gut spielen, dass der U30-Verein auch funktioniert.» Der bisher letzte von drei deutschen Davis-Cup-Siegen gelang 1993 - in Düsseldorf gegen Australien.
Hanfmann (34), Struff (35), Krawietz (34) und Pütz (38) haben die 30 Jahre allesamt deutlich überschritten. Allein Nachwuchshoffnung Justin Engel (18) sprengte bei seiner zweiten Davis-Cup-Nominierung als Ersatzmann den Altersschnitt und durfte nach dem 3:0 nach den ersten drei Partien das bedeutungslose vierte Match spielen.
Generationswechsel steht noch aus
Engel sticht aus einer Gruppe hoffnungsvoller Teenager-Talente hervor und bringt frischen Wind in die Einheit. Es werde Zeit, dass die jüngeren Spieler heranrückten, sagte Hanfmann.
Talente gebe es genügend, meinte Teamchef Michael Kohlmann und dachte an Spieler wie Max Schönhaus (18), Niels McDonald (18) und Diego Dedura (17). «Die müssen halt auch die nächsten Schritte machen. Am Ende des Tages geht es für uns immer an erster Stelle um den Sieg, deswegen muss ich die Besten aufstellen», sagte der einstige Profi. «Klar würde ich mir wünschen, dass ich hier mit einem Durchschnittsalter von 19 auftrete, aber so weit sind sie noch nicht.» Doch die Routiniers erfüllten die Pflicht.





