Drogenzentrum: Hitzige Diskussionen bei Infoveranstaltung

Es ist eins der großen Streitthemen bei uns in der Stadt: Der richtige Umgang mit der Kölner Drogenszene. Bei einer Info-Veranstaltung zum neuen Drogenhilfezentrum im Pantaleonsviertel gestern Abend ist es teils auch hoch her gegangen.   

© Radio Köln / Dudek

Vorher haben Anwohnerinnen und Anwohner mit Plakaten gegen das Zentrum protestiert. Sie befürchten, dass Dealer ins Veedel kommen und die Kriminalität stark ansteigt. Stadt und Polizei haben das Konzept verteidigt. Sozialdezernent Harald Rau hat betont, dass das Zentrum gerade einen öffentlichen Drogenkonsum verhindern soll.

Die Menschen sollen eben nicht wie bei dem reinen Drogenkonsumraum am Neumarkt nach dem Konsum wieder auf die Straße gesetzt, sondern vorher und nachher versorgt werden, sich dort aufhalten können, um eben nicht auf der Straße zu sein - so der Plan der Stadt.

Das Zentrum muss laut Stadt nahe an der aktuellen Drogenszene sein, damit das Angebot auch angenommen wird. Im Gegensatz zum Neumarkt handele es sich beim Pantaleonsviertel außerdem um keinen Verkehrsknoten, es gebe z.B. keine U-Bahn-Schächte, in denen die Dealer und Konsumenten sich zurückziehen könnten.

Auch Polizeipräsident Johannes Hermanns sieht in dem Zentrum eine große Chance: Wenn die Menschen dort versorgt werden, könnte sich die Polizei um die Dealer kümmern. 

Langfristig sollen zwei weitere Hilfezentren in Köln entstehen. Der Stadtrat will am 5. Februar über den geplanten Standort und das Konzept entscheiden.

(SD/PR)

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