Handy weg am Steuer- Eine Kampagne des ADAC Nordrhein unterstützt von Radio Köln

Gerade bei Jugendlichen ist das Handy nicht mehr wegzudenken. Der Wunsch nach ständiger Erreichbarkeit und die Angst, etwas zu verpassen, verleiten dazu, dann auch im Auto, online‘ zu sein und sich mit dem Handy zu beschäftigen.

Der ADAC Nordrhein hat unter dem Motto „#handyweg – Dein Leben: Mehr als eine Story.“ eine Kampagne gegen Handyablenkung am Steuer gestartet. Zielgruppe sind vor allem junge Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren.


„Jeden Tag melden wir im Radio Köln-Verkehrs-Service Staus in Folge von Unfällen. Und viel zu oft ist Unachtsamkeit die Unfall-Ursache. Deshalb begleiten wir aus voller Überzeugung die ADAC-Kampagne „#handyweg“ und hoffen, dass es uns mit dieser gemeinsamen Kooperation gelingt, hinsichtlich der Gefahren zu sensibilisieren und letztlich dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden“, so Claudia Schall, Chefredakteurin von Radio Köln.

Die Kampagne #handyweg wird gemeinsam mit dem ADAC Nordrhein auch darüber hinaus fortgesetzt. So ist der Claim: "#handyweg, dein Leben ist mehr als eine Story" noch ein halbes Jahr im Wetter und Verkehrsupdate auf Radio Köln zu hören.

ADAC Kampagne #handyweg mit Kati Karenina

Auch wir haben es getestet!

Schon zwei Sekunden der Unachtsamkeit können verheerende Folgen haben. Das durfte auch unser Morgenmoderator Christian vom Hofe auf dem ADAC-Übungsgelände feststellen. Im Ernstfall sähe das deutlich böser aus!

Wusstest du?

Wer bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h aber nur zwei Sekunden lang unachtsam ist, legt fast 30 Meter im totalen Blindflug zurück“. (Andrea Schmitz, Vorstand des ADAC Nordrhein, im Fahrsicherheitszentrum Grevenbroich)

Ablenkung im Straßenverkehr ist einer der Schwerpunkte bei der Verkehrsüberwachung der nordrhein-westfälischen Polizei. Allein im ersten Halbjahr 2019 wurden mehr als 70.000 Autofahrer mit dem Handy erwischt.

Volker Freigang vom Fahrlehrerverband Nordrhein erklärte: „Die Gefahren werden nach wie vor unterschätzt. Deshalb wollen wir das Thema Ablenkung noch stärker in die Führerscheinausbildung integrieren.

Hintergrund:

Junge Erwachsene (18 bis 24 Jahre) gehören nach wie vor zu den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern. Risikofaktoren sind u.a. mangelnde Fahrroutine, Selbstüberschätzung, Alkohol am Steuer oder Ablenkung. Unabhängig vom Alter nutzen laut einer Online-Umfrage (Kantar TNS, 2017) 48 Prozent ihr Mobiltelefon, um im Straßenverkehr privat erreichbar zu sein. Experten gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte aller Verkehrsunfälle auf deutschen Straßen durch Ablenkung verursacht wird. Fakt ist: Wer bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h nur zwei Sekunden lang unachtsam ist, legt fast 30 Meter im Blindflug zurück. Bereits 2015 fand der ADAC in einer gemeinsamen Studie mit dem österreichischen Automobilclub ÖAMTC heraus, dass Menschen die Folgen von ablenkenden Tätigkeiten auf ihr Fahrverhalten unterschätzen. Das Ergebnis: 76 Prozent der Fahrer hätten vor einem plötzlich auftretenden Hindernis nicht mehr bremsen können.

Aktuelle Rechtslage:

Ablenkung an Steuer und Lenker ist nicht nur gefährlich, sondern kann auch teuer werden. Im Straßenverkehr ist das Telefonieren mit dem Handy am Ohr nach §23 Absatz 1a der StVO verboten.

Auch sämtliche andere Funktionen von Mobil- oder Autotelefonen darf man als Fahrer nicht verwenden. Also zum Beispiel keine Textnachrichten schreiben oder lesen, Anrufe ablehnen oder einfach nur auf dem Display nach der Uhrzeit schauen. Das gilt für alle elektronischen Geräte, die der Kommunikation, Information oder Organisation dienen. Damit sind in erster Linie Tablets, E-Books, Navigationsgeräte, Diktiergeräte oder i-Pods gemeint. Das Verbot gilt auch für Fahrradfahrer.

Smartphone, Tablet & Co. dürfen Sie nur während der Fahrt benutzen, wenn Sie sie nicht in der Hand halten, sondern diese sich in einer Halterung befinden oder fest eingebaut sind. Aber auch dann ist Vorsicht geboten: Sie dürfen nur kurz zum Gerät hin- und vom Verkehrsgeschehen wegblicken, und das nur, soweit es die Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnisse erlauben. Andernfalls droht ein Bußgeld.

Das Bußgeld für Telefonieren am Steuer beträgt 100 Euro, außerdem gibt es einen Punkt in Flensburg. Wer andere gefährdet, etwa weil er mit Handy am Ohr Schlangenlinien fährt, zahlt 150 Euro. Bei Sachbeschädigung sind es sogar 200 Euro. Dazu kommen je zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Teuer ist es auch für Radfahrer mit Handy in der Hand: Das Bußgeld liegt bei 55 Euro.

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