Noroviren, Ehec und Co.: Wann wird Durchfall gefährlich?

Frau kniet vor einer Toilette
© Christin Klose/dpa-tmn

Flüssigkeit und Salze fehlen

Berlin (dpa/tmn) - Tage, die sich zum großen Teil auf der Toilette abspielen: Wer von Brechdurchfällen geplagt wird, hat nur einen Wunsch - dass der Körper Nahrung und Flüssigkeit nicht direkt wieder loswerden will. 

Übeltäter, die uns solche fiesen Magen-Darm-Infekte bescheren können, gibt es viele. Oft sind es Rota- und Noroviren, so das Portal «infektionsschutz.de». Auch Bakterien können die Auslöser sein: Zu den bekanntesten zählen Salmonellen, Campylobacter und Ehec.

Welcher Erreger auch hinter den Brechdurchfällen steckt - eines haben alle gemeinsam: Sie sorgen dafür, dass der Körper viel Flüssigkeit und Elektrolyte, also wichtige Mineralsalze, verliert. Wann wird es kritisch? 

Für wen Durchfälle gefährlich werden können 

Bestimmte Gruppen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe von Durchfallerkrankungen, unter anderem, weil sie besonders empfindlich auf Flüssigkeitsmangel reagieren. «Infektionsschutz.de» zufolge sind das: 

  • Seniorinnen und Senioren
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Menschen mit geschwächter Immunabwehr 

Für sie lautet daher der Rat: bei Brechdurchfällen frühzeitig einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. 

Und was gilt für ansonsten gesunde Erwachsene? Sie sollten ärztlichen Rat einholen, wenn Symptome wie diese auftreten: 

  • starke Kreislaufprobleme
  • Muskelkrämpfe
  • Schläfrigkeit oder Verwirrtheit
  • hohes Fieber
  • Blut im Stuhl
  • wenn der Brechdurchfall länger als drei Tage bleibt

Tipp: Ist die Hausarztpraxis gerade geschlossen, hilft das Patienten-Navi des ärztlichen Bereitschaftsdienstes bei der Einschätzung, ob eine Bereitschaftspraxis oder die Notaufnahme die richtige Anlaufstelle ist. 

Flüssigkeitsmangel rechtzeitig erkennen

Es gibt einige Warnzeichen, an denen man erkennen kann, dass ein kritischer Flüssigkeitsverlust vorliegt. «Wenn die Zunge ganz trocken ist, wenn sie richtig borkig und tief gerifft ist, wenn man sie anschaut. Und die Patienten selber sagen: Mein Mund ist so trocken», beschreibt Birgit Terjung, Mediensprecherin der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Ein weiteres Alarmzeichen sind starke Kopfschmerzen. Auch der Hautfalten-Test kann den entscheidenden Hinweis liefern. Dafür nimmt man am Unterarm die Haut zwischen die Finger. Bleibt eine Hautfalte stehen, wenn man loslässt, «ist das ein typisches Zeichen dafür, dass jemand sicherlich sehr ausgetrocknet ist», so Birgit Terjung. 

Dann ist schnelle Hilfe gefragt - eine schwere Dehydration ist ein Notfall. Der Flüssigkeitsverlust wird dann durch Infusionen ausgeglichen. 

Gut durch den Durchfall kommen

Und wie kann man selbst dafür sorgen, dass der Körper mit dem Brechdurchfall möglichst gut fertig wird? Zentral ist: Flüssigkeit und Salze nachlegen. Eine gute Kombination dafür ist laut dem Portal «gesund.bund.de» gezuckerter Tee und Salzgebäck. Alternativ kann man auch Brühe in kleinen Schlucken trinken. 

Bei starken Durchfällen und wenn Kinder und Ältere betroffen sind, sind spezielle Elektrolytlösungen sinnvoll, heißt es auf «gesund.bund.de». Sie gibt es als Pulver in Drogerien und Apotheken zu kaufen. 

Alternativ kann man sich mit der sogenannten WHO-Lösung behelfen, die die Weltgesundheitsorganisation bei Durchfallerkrankungen empfiehlt. Dafür mischt man:

  • vier Teelöffel Zucker
  • ein Dreiviertel Teelöffel Kochsalz
  • 250 Milliliter Orangensaft
  • einen Liter Mineralwasser

Übrigens: Von stopfenden Medikamenten - also solchen, die den Stuhl verfestigen - rät das Portal «infektionsschutz.de» ab. Der Grund: Mit dem Durchfall verlassen auch Erreger und Gifte den Körper. Nimmt man stopfende Medikamente ein, verbleiben sie länger im Darm - das kann das unter Umständen den Krankheitsverlauf verlängern.

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Aufgeschlagenes Bett mit Salzstangen und Cola
Der Elektrolytverlust bei Durchfall kann zum Beispiel mit Salzgebäck ausgeglichen werden.© Christin Klose/dpa-tmn
Der Elektrolytverlust bei Durchfall kann zum Beispiel mit Salzgebäck ausgeglichen werden.
© Christin Klose/dpa-tmn

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