Rekordinvestition für Radwege - NRW unter Erfolgsdruck

Nordrhein-Westfalen steckt so viel Geld wie nie zuvor in den Radverkehr. Gleichzeitig steht die Landesregierung unter Druck, ihre eigenen Ausbauziele zu erreichen.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne)
© José Narciandi

Das ganze Interview mit NRW-Verkehrsminister Krischer

„Wir sehen aber überall eine positive Entwicklung“

sagt Minister Oliver Krischer. Dennoch bleibt der Ausbau eine große Herausforderung. Das sagt NRW-Verkehrsminister Krischer im Interview mit dem Leiter unseres Landtagsstudios, José Narciandi. Hier gibt es das gesamte Interview zum Nachhören.

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Rekordsumme für Radwege und Infrastruktur

Das Land Nordrhein-Westfalen investiert 2026 gemeinsam mit dem Bund mehr als 172 Millionen Euro in den Ausbau des Radverkehrs – so viel wie noch nie. Ein Großteil der Mittel fließt in kommunale Projekte, etwa neue Radwege, Abstellanlagen und mehr Sicherheit an Verkehrsknotenpunkten. Allein für Städte und Gemeinden stehen rund 98 Millionen Euro bereit.

Mit dem Geld werden konkrete Projekte umgesetzt, etwa neue Velorouten im Ruhrgebiet. Ziel ist es, den Alltag für Radfahrende deutlich zu verbessern und das Fahrrad als echte Alternative zum Auto zu etablieren – sowohl in Städten als auch auf dem Land.

Ausbauziele unter Druck

Die Landesregierung hat sich vorgenommen, bis 2027 insgesamt 1.000 Kilometer neue Radwege zu bauen. Ende 2025 waren davon 661 Kilometer fertiggestellt. Damit bleibt noch ein gutes Drittel der Strecke offen – bei gleichzeitig begrenzter Zeit.

Krischer zeigt sich dennoch zuversichtlich:

„Ich gehe davon aus, wenn jetzt keine großen Katastrophen passieren, […] dass wir das Ziel da erreichen werden.“

Der Minister setzt darauf, dass zusätzliche Mittel und beschleunigte Planungsverfahren den Ausbau in den kommenden Jahren weiter voranbringen.

Fahrrad lehnt an Brückengeländer
Bis Ende 2027 will die NRW-Landesregierung 1.000 neue Radwege-Kilometer schaffen© José Narciandi
Bis Ende 2027 will die NRW-Landesregierung 1.000 neue Radwege-Kilometer schaffen
© José Narciandi

Warum das Fahrrad immer wichtiger wird

Nach Einschätzung des Ministers gewinnt das Fahrrad aus mehreren Gründen an Bedeutung. Neben gestiegenen Spritpreisen und wachsendem Umweltbewusstsein spielt vor allem die technische Entwicklung eine große Rolle.

„Wir haben ja eine technische Revolution im Radverkehr erlebt mit den Pedelecs“

sagt Krischer. Diese hätten neue Nutzergruppen erschlossen und machten auch längere Strecken alltagstauglich. Immer mehr Menschen nutzten das Rad daher nicht nur in der Freizeit, sondern auch für den Weg zur Arbeit oder für Besorgungen.