Spaßpilot Lochner macht ernst - Küsschen für Kuske

Olympische Winterspiele 2026
© Robert Michael/dpa

Zweierbob bei Winterspielen

Cortina d'Ampezzo (dpa) - Nach seinem Gold-Coup war Johannes Lochner zu mitternächtlicher Stunde dann doch ein bissl grantig. Der Ur-Bayer hätte seine erste olympische Goldmedaille gerne ausgiebig gefeiert. «Das ist ein bisschen schade, dass dieser Zeitplan so komisch gelegt ist. Ich würde es mir auch gerne anders wünschen», sagte der Zweierbob-Olympiasieger und ging mit Anschieber Georg Fleischhauer erstmal zur Doping-Kontrolle. 

Dann gab es noch eine kleine Stärkung und ab ins Bett. Am Mittwochmorgen stand um 10.00 Uhr das erste Viererbob-Training an, in dem er fünf Hundertstelsekunden vor Friedrich war. «Wir haben noch zwei Jungs, die die Füße nicht mehr stillhalten können, die wollen auch so eine Medaille. Und für die werden wir jetzt weiterhin Vollgas geben und schauen, dass wir das am Wochenende nochmal genauso runterzaubern», sagte der 35 Jahre alte Lochner. 

«The last dance» für Lochner

Seine Frau Hannah hatte eigens T-Shirts mit der Aufschrift «The last dance» bedrucken lassen. Mit seinem ersten Gold-Double würde der Bayer, der nach den Winterspielen seine Karriere beendet, dem Sachsen Friedrich den Aufstieg zum erfolgreichsten Bobfahrer bei Olympischen Spielen vermasseln. Denn in seinem Bob sitzt Friedrichs Ex-Anschieber Thorsten Margis. Dieser würde nach vier Olympiasiegen zusammen im Schlitten von Friedrich möglicherweise sein fünftes Gold holen, was noch keiner vor ihm geschafft hat. 

Friedrich hat mit Silber bei der Wertung der Bobpiloten nun mit André Lange gleichgezogen. Nur Kevin Kuske, der nun ausgerechnet das Team Lochner athletisch auf Vordermann bringt, hat in der Wertung mit Anschiebern eine Silbermedaille mehr. «Kuski ist ja einer, wenn nicht sogar der Architekt dieses ganzen Konstrukts», betonte der ehemalige 400-Meter-Hürdenläufer Fleischhauer. 

Der Dank ließ nicht lange auf sich warten. Beim Erst-Interview bekam der in Cortina als TV-Experte für Eurosport tätige Potsdamer Kuske ein Küsschen auf die Wange von seinen mit Gold dekorierten Muskelmännern. 

Was macht der weltbeste Anschieber?

Modellathlet Fleischhauer, der seinen gestählten Körper neuerdings auch auf der Erotik-Plattform OnlyFans präsentiert, ist ab Montag als Anschieber auf dem Markt. «Irgendein Toppilot in Deutschland wird einen brutal geilen Anschieber erben», sagte Lochner. Ob es der drittplatzierte Adam Ammour, dem die Zukunft gehört, oder Friedrich sein wird? Der langjährige Dominator im Eiskanal liebäugelt selbst mit einem Karriereende. «Wir wissen es auch noch nicht, ob es bei uns weitergeht. Wir haben noch nichts entschieden. Jetzt geht es erstmal bis Sonntag», sagte Friedrich, der die Entscheidung zusammen mit seiner Familie treffen möchte. 

Friedrichs Heimcoach Leopold holte Fleischhauer zum Bob 

Kurios: Leichtathlet Fleischhauer wurde ursprünglich von Friedrichs Heimtrainer Gerd Leopold zum Bob geholt. So fuhr er im Verein BSC Sachsen Oberbärenburg erstmal mit Richard Oelsner im Europacup. Der Weg in den Friedrich-Schlitten war zu weit weg, da die Konkurrenz damals noch zu groß war. So ging der gebürtige Halberstädter über Umwegen zu Lochner und startete mit dem Bayer durch. Ein Rückholversuch vor zwei Jahren scheiterte. «Franz wollte mich haben. Ich überlegte, wusste ja noch gar nicht, ob Hansi überhaupt weitermachen will. Dann kam der Entschluss. Und heute stehen wir mit der Medaille um den Hals hier.»

© dpa-infocom, dpa:260218-930-701554/2

Weitere Meldungen