Rassismus-Vorwürfe an Kölner Uni
Veröffentlicht: Freitag, 06.08.2021 17:33
(KU | Symbolbild) Gibt es ein mangelndes Bewusstsein für Sexismus und Rassismus an der Universität zu Köln? Genau das werfen einige Studierende hochrangigen Professoren vor. Sie hatten sich bei der Uniführung beschwert, weil ein bestimmter Professor immer wieder in den letzten Jahren mit rassistischen und sexistischen Aussagen aufgefallen sein soll. Bei einer Podiumsdiskussion sollten sich die Lager aussprechen und versöhnen.

Schlichtungsgespräch soll eskaliert sein
Ausgerechnet dieses Schlichtungsgespräch sei dann eskaliert, weil der Leiter der Gesprächsrunde seinerseits mit rassistischen Äußerungen aufgefallen sein soll. Der hochrangige Professor habe in dieser Schlichtungsrunde das N- Wort ausgesprochen und damit Menschen mit schwarzer Hautfarbe diffamiert, so die Kritik. Für die Studierenden unverständlich, denn der Professor sei der Beauftragte für Gendern, Diversity und Ethik. Auch die Gleichstellungsbeauftragte der Uni habe bei den rassistischen Beleidigungen nicht eingegriffen.
Noch kein offizielles Statement der Kölner Uni-Spitze
Die Uni Köln hat sich inhaltlich trotz mehrfacher Nachfrage noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Der Rektor der Uni Köln will die Rassismus Vorwürfe an der Uni jetzt zur Chefsache machen. Auf Anfrage von Radio Köln erklärte der Sprecher der Universität, der Rektor habe alle beteiligten Personen um Stellungnahme gebeten und werde sich nach dem Wochenende zu den Vorwürfen äußern.
16:33 Uhr Trotz Redaktionsschluss: Das vollständige Uni-Statement zum Nachlesen:
Die Universität zu Köln legt großen Wert auf ein vorurteilsfreies, nicht diskriminierendes und wertschätzendes Miteinander. Sie hat sich hierzu bei vielen Anlässen eindeutig positioniert und zudem in ihrer „Strategie Chancengerechtigkeit“ einen klaren Handlungsrahmen mit den Handlungsfeldern Antidiskriminierung, Bildungsgerechtigkeit, Familienfreundlichkeit, Geschlechtergerechtigkeit und Inklusion etabliert. Diese sind über das Prorektorat für Akademische Karriere und Chancengerechtigkeit unmittelbar im Rektorat verankert. Anfang 2019 ist darüber hinaus die Richtlinie zum Umgang mit Diskriminierung, sexualisierter Gewalt und Mobbing in Kraft getreten.
Als eine der führenden wissenschaftlichen Einrichtungen Deutschlands ist es für die Universität zu Köln selbstverständlich und unerlässlich, einen offenen wissenschaftlichen Diskurs zu ermöglichen und zu verteidigen. Für diesen ist ein im Rahmen des jeweiligen Kontexts begründeter Sprachgebrauch unerlässlich, auch bei historisch oder anderweitig belasteten Begriffen. Der Diskurs sollte gerade in solchen Fällen mit angemessener Sensibilität geführt werden. Selbstverständlich dürfen Meinungsäußerungen den Rahmen des rechtlich erlaubten nicht verlassen. Ein absichtlich oder persönlich diskriminierender Sprachgebrauch ist daher nicht tolerierbar.
Gegenwärtig stehen Vorwürfe von Studierenden gegen einen Hochschullehrer der Universität zu Köln im Raum, dem rassistische Ausdrucksweisen vorgeworfen werden. Die Hochschulleitung hat sich über den Konflikt informiert. Der betroffene Hochschullehrer hat sich dabei glaubhaft von Rassismus und absichtlich diskriminierenden Verhaltensweisen distanziert. Sein Sprachgebrauch im Kontext der betroffenen Diskussion ist nach Einschätzung der Hochschulleitung in rechtlicher Hinsicht hinzunehmen. Die Hochschulleitung bedauert, dass trotz beiderseitiger Bemühungen um Klärung unter den Betroffenen bisher keine Annäherung der Positionen möglich war.


